Quelle: ZAMG

Vier Verdächtige nach Leichenfund festgenommen

29.06.2017 - 14:29
Ermittlungen im Obdachlosenmilieu brachten Erfolg© APA (Symbolbild)Ermittlungen im Obdachlosenmilieu brachten Erfolg

Nach dem Fund einer Leiche eines Obdachlosen in einem Grazer Müllentsorgungsbetrieb hat die Polizei vier Verdächtige in der Slowakei und in Tschechien festgenommen. Alle vier - drei Männer und eine Frau - sind geständig, berichtete die Wiener Polizei am Donnerstag. Der Tote war im März mit einem Mülltransport von Wien nach Graz gelangt, bei der Obduktion wurde dann Fremdverschulden festgestellt.

"Sie machen aber unterschiedliche Angaben zum Tathergang und weisen sich gegenseitig die Schuld zu", sagte Polizeisprecherin Irina Steirer. Alle vier Slowaken befinden sich in der Justizanstalt Wien in Untersuchungshaft.

Die Beschuldigten, die über keinen Wohnsitz in Österreich verfügten, waren offenbar in dem Hotel in Rudolfsheim-Fünfhaus untergekommen. In der Nacht auf den 17. März gerieten die vier Slowaken mit ihrem 58-jährigen Landsmann in einem Hotelzimmer in Streit. Auch Alkohol dürfte im Spiel gewesen sein. Wie genau sie den Mann töteten, war vorerst noch unklar. Nach der Tat brachte das Quartett den Toten in einen nahegelegenen Müllcontainer. Im Hotelzimmer versuchten sie, sämtliche Spuren zu vernichten. Das dortige Personal bekam von der Bluttat zunächst nichts mit.

Am 22. März um 3.30 Uhr wurde der Tote in einem Müllentsorgungsbetrieb in Graz entdeckt. Die Leiche war durch die Behandlung im Müllwagen übel zugerichtet. Bei der Obduktion stellte die Gerichtsmedizin schwere Halsverletzungen fest, die dem Opfer noch zu Lebzeiten zugefügt worden waren. Die Ermittlungen ergaben, dass der Tote mit einer Abfalllieferung aus Wien gekommen war.

Der 58-jährige Slowake hatte sich bereits mehrere Jahre in der Bundeshauptstadt aufgehalten und war in unregelmäßigen Abständen in Schlafstellen und Betreuungseinrichtungen für Obdachlose vorstellig geworden. Auf dieses Umfeld konzentrierten sich die Ermittlungen, die Polizei stieß dabei auf den Zeugen, der angab, dass der Tote zuletzt häufig mit einem slowakischen Pärchen unterwegs gewesen war.

Der 55-Jährige und die 40-Jährige wurden dann auch von Ermittlern als Zeugen einvernommen und befragt, wo sie den Toten zuletzt gesehen haben. Vom Hotel, in dem der Mann getötet worden war, erzählten sie nichts. Nach der Vernehmung ergaben sich Ungereimtheiten. Anhand von Spuren - unter anderem im Hotelzimmer - und einer Fülle von Indizien wurden schließlich europäische Haftbefehle ausgestellt. Zielfahnder des Bundeskriminalamtes forschten die beiden in ihrer Heimat aus, sie wurden festgenommen. Die 40-Jährige wurde am 23. Mai nach Österreich ausgeliefert, der 55-Jährige am 30. Mai.

In weiterer Folge identifizierte die Polizei auch die beiden Mittäter, einen 54-jährigen Slowaken und einen 17-jährigen Landsmann. Auch für sie gab es Haftbefehle. Der Ältere wurde in Tschechien festgenommen, als er nach Deutschland ausreisen wollte. Am 14. Juni erfolgte die Auslieferung nach Österreich. Der Bursche wurde in seiner Heimat gefasst und am gestrigen Mittwoch nach Österreich überstellt.

(APA)

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