Quelle: ZAMG

Pelikan-Gruppe im Tiergarten Schönbrunn eingeschläfert

10.03.2017 - 10:47
Alle Pelikane waren mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert© APA (Zupanc/Schönbrunn)Alle Pelikane waren mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert

Der Vogelgrippe-Virus H5N8 hat allen Krauskopfpelikanen im Tiergarten Schönbrunn das Leben gekostet. Nachdem die Krankheit am Dienstag bei einem Tier nachgewiesen worden war, lag am Donnerstagabend auch ein entsprechender Befund der AGES für die restlichen 20 Vögel vor. Sie wurden Freitag früh getötet.

"In Abstimmung mit den Behörden und als Schutz für den restlichen Vogelbestand des Tiergartens mussten heute Früh alle Pelikane eingeschläfert werden", bedauerte Zootierarzt Thomas Voracek. Für die restlichen rund 800 Vögel gelten weiterhin die angeordneten Sicherheitsbestimmungen. Das Vogelhaus, das Regenwaldhaus und das Wüstenhaus bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Gefahr besteht übrigens nur für die anderen Vögel. "Die übrigen Bewohner des Zoos können sich mit H5N8 nicht anstecken. Auch für unsere Besucher besteht keinerlei Gefahr. Die Leute können beruhigt kommen", sagte der Veterinär gegenüber der APA.

Die Sorge des Personals gilt nun den etwa 800 Vögeln des Tiergartens. Dieser wird von der Stadt Wien bei den notwendigen Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten Pelikangeheges unterstützt wird, wie Ruth Jily Leiterin der MA60 (Veterinärdienste und Tierschutz), betonte. "Damit wird ausgeschlossen, dass von dort Viren weiterverbreitet werden.

Die anderen gefiederten Zoo-Bewohner sind noch nicht untersucht worden, was unter anderem an der Inkubationszeit liegt, erläuterte Voracek. Dafür gebe es ein gesetzlich vorgegebenes Prozedere - die Tiere werden zweimal unter Aufsicht der Veterinärbehörde beprobt. Ob, welche und welcher Prozentsatz untersucht wird, wird von der Behörde vorgeschrieben. Das werde sich laut dem Veterinär nach der Art und der Entfernung zum Gehege der Pelikane richten. Dazu gibt es am Freitagvormittag eine Besprechung, sagte Jily der APA.

Wie sich die Pelikane angesteckt haben, ist nicht geklärt. Sie waren bereits seit Dezember als Vorsichtsmaßnahme vor einer Ansteckung mit dem grassierenden Virus in einem Zelt untergebracht. Vermutet wird eine Übertragung durch einen Wildvogel. "Im Tiergarten haben wir in den letzten Wochen aber keinen toten Wildvogel gefunden", so Voracek.

Krauskopfpelikane sind mit einer Flügelspannweite von rund drei Metern die größte Pelikanart. Ihr Vorkommen reicht von Osteuropa bis China. Der Tiergarten Schönbrunn bedauert den Verlust, die Kolonie zählte weltweit zu den größten Pelikan-Kolonien in Zoos. Ob man diese wieder aufbauen wird, "wissen die Zoologen noch nicht".

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech