Quelle: ZAMG

Verfahren um Seilbahnunglück in Sölden beendet

18.03.2010 - 13:03
Haftung liegt beim Hubschrauber-Piloten© APA (Parigger)Haftung liegt beim Hubschrauber-Piloten

Rund viereinhalb Jahre nach einem Hubschrauberunglück in Sölden, bei dem durch einen herabstürzenden Betonkübel neun deutsche Urlauber getötet worden waren, hat der Oberste Gerichtshof (OGH) das Verfahren nun abgeschlossen. Dem Erkenntnis zufolge liegt das Verschulden und somit die Haftung beim Piloten.

Der OGH berief sich auf eine vom Verkehrsministerium im November 2004 erlassene Verordnung, die den Betrieb von Luftfahrtunternehmen regelt. Darin heißt es: "Der Pilot hat den Flug so zu wählen, dass bei einer eventuellen Auslösung der Aufhängevorrichtung während des Fluges die herabfallende Last weder Personen noch Sachen auf der Erde gefährdet". Die Formulierung "den Flug so zu wählen" enthält demnach nicht nur ein räumliches, sondern auch zeitliches Element. Somit sei der Pilot auch verpflichtet gewesen, "den sichersten Zeitpunkt für den Flug zu wählen".

Das Erkenntnis eröffnet den Hinterbliebenen der Opfer den Weg zu einem Schadenersatzbetrag von mehr als 12 Millionen Euro. Hätte der OGH kein Pilotenverschulden festgestellt, wären nur 1,1 Millionen Euro für alle Ansprüche zur Verfügung gestanden. Die Söldner Bergbahnen würden ohne jegliches Verschulden zusätzlich mit 800.000 Euro wegen der gesetzlichen Gefährdungshaftung bei Seilbahnbetrieben haften.

Zu der Tragödie war es am 5. September 2005 im Skigebiet Sölden im Tiroler Ötztal gekommen. Ein Hubschrauber verlor einen etwa 700 Kilo schweren Betonkübel. Dieser riss eine Gondel der "Schwarzen-Schneid-Bahn" in die Tiefe. Für neun Deutsche, darunter sechs Kinder im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren, endete das Unglück tödlich. Der Hubschrauber-Pilot wurde in einem Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung schuldig gesprochen.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech