Quelle: ZAMG

Dutroux will vorzeitig aus Haft entlassen werden

04.02.2013 - 17:49
Hat 6 Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt© APA (Archiv/epa)Hat 6 Mädchen entführt, gefoltert und vergewaltigt

Der belgische Mädchenmörder Marc Dutroux hat vor Gericht seine vorzeitige Haftentlassung beantragt. Der bekannteste Kriminelle Belgiens, der seit 1996 Zeit abdient, erschien am Montag persönlich zu einer Anhörung im Brüsseler Justizpalast und beantragte, die weitere Strafe im Hausarrest mit elektronischer Fessel absitzen zu können. Die Öffentlichkeit war bei dem Gerichtstermin nicht zugelassen.

Letztlich will der zu lebenslanger Haft verurteilte 56-jährige Mörder ganz freigelassen werden, wie sein Anwalt Pierre Deutsch vor der Verhandlung sagte. Auch dafür müssten Auflagen erfüllt werden: "Wir müssen zeigen, dass es eine Möglichkeit der Wiedereingliederung gibt, mit Wohnung, Arbeit oder zumindest Mitteln zum Lebensunterhalt", sagte Deutsch. Außerdem müsse belegt werden, "warum das Rückfallrisiko so stark wie möglich auszuschließen ist", fügte er hinzu.

Experten halten eine vorzeitige Haftentlassung für unwahrscheinlich. Sowohl die Gefängnisverwaltung als auch die Staatsanwaltschaft hatten sich dagegen ausgesprochen. Die Strafvollstreckungskammer, die formal an diese Stellungnahmen nicht gebunden ist, wird voraussichtlich nicht vor Beginn übernächster Woche entscheiden. Nach der Anhörung am Montag wollte sich der Anwalt nicht mehr öffentlich äußern.

Dutroux, der als Belgiens berüchtigtster Verbrecher gilt, war 1996 festgenommen worden. 2004 verurteilte ihn ein Gericht wegen Entführung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen sowie dem Tod von vier von ihnen zu lebenslanger Haft. Die Untersuchungshaft eingeschlossen, hätte er im kommenden April ein Drittel seiner Strafe abgesessen und damit das Recht, die Entlassung zu beantragen.

Dutroux sitzt im Städtchen Nivelles in der Wallonie ein. Für Transport und Verhandlung des Kindermörders wurden am Montag über hundert Polizisten und Sicherheitskräfte einschließlich einer Spezialeinheit mobilisiert. Vor dem Justizpalast demonstrierten Bürger und forderten die Todesstrafe für Pädophile.

(APA/dpa)

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