Quelle: ZAMG

BBC-Chef Entwistle zurückgetreten

10.11.2012 - 22:54
Enrwistle: "Rücktritt ist angemessene Reaktion"© APA (epa)Enrwistle: "Rücktritt ist angemessene Reaktion"

Nach falschen Missbrauchs-Anschuldigungen gegen einen britischen Ex-Politiker nach einem Fernsehbericht seiner Sendergruppe ist BBC-Chef Entwistle zurückgetreten. "Ich habe entschieden, dass es die angemessene Reaktion ist, zurückzutreten", sagte Entwistle am Samstagabend in London.

Als Generaldirektor sei er "letztlich verantwortlich für den gesamten Inhalt" der BBC-Sendungen, so Entwistle. Zuvor hatte die Ausstrahlung eines BBC-Berichts Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen den früheren Politiker Alistair McAlpine zur Folge, die sich als falsch herausstellten.

Die BBC hatte sich bereits am Freitagabend bei McAlpine entschuldigt. Am Samstag sagte Entwistle dem BBC-Radio zunächst, die Ausstrahlung eines Berichts der Sendung "Newsnight", der Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen McAlpine zur Folge hatte, sei "grundlegend falsch" gewesen. Am Abend dann trat der BBC-Chef vor die Fernsehkameras und erklärte seinen Rücktritt.

"Newsnight" hatte in den vergangenen Tagen über Steve M. berichtet, der in den 70ern in einem Kinderheim in Wales missbraucht worden war. Obwohl der Täter in der Sendung nicht namentlich identifiziert wurde, kursierte kurz darauf im Internet das Gerücht, es handele sich um McAlpine. Der frühere Schatzmeister der Konservativen bestritt am Freitag die Vorwürfe, und auch Steve M. selbst teilte mit, dass es sich bei McAlpine nicht um den Täter gehandelt habe.

Die BBC steht wegen eines Missbrauchsskandal um den ehemaligen Moderator Jimmy Savile sowieso schon im Kreuzfeuer der Kritik. Der vor einem Jahr gestorbene ehemalige Star-Moderator und andere sollen über Jahre hinweg 300 junge Menschen missbraucht haben. Die Verantwortlichen bei der BBC sehen sich mit der Frage konfrontiert, wer in der renommierten Sendeanstalt von den Vorgängen gewusst hat. 2006, als Savile nach mehr als 40 Jahren die letzte reguläre Sendung seiner Reihe "Top of the Pops" moderiert hatte, waren Spekulationen bereits im Umlauf.

(APA/dpa/ag.)

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