Quelle: ZAMG

Kinderschänder-Skandal erschüttert die BBC

29.10.2012 - 16:42
Skandal um Ex-BBC-Moderator Jimmy Savile© APA (epa)Skandal um Ex-BBC-Moderator Jimmy Savile

Es scheint ein Fall ins Bodenlose und ein Ende ist nicht in Sicht: Seit Wochen kommen im Kinderschänder-Skandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile fast täglich neue schockierende Details ans Licht. Das Thema verschwindet in Großbritannien nicht von den Titelseiten. 300 mutmaßliche Opfer haben sich bisher gemeldet, mehr als 400 Ermittlungsstränge werden verfolgt.

Die Polizei sagt nichts Genaues. Doch neben dem 2011 verstorbenen Savile gibt es mittlerweile weitere Verdächtige. Manche sprechen bereits von einem ganzen Pädophilen-Ring. Am Wochenende wurde der 70er-Jahre-Popstar Gary Glitter festgenommen. Die BBC muss sich ihrer Vergangenheit stellen, noch in jüngerer Zeit sollen schwere Fehler passiert sein.

"Kann es wirklich sein, dass niemand wusste, was er getan hat?", fragte der Vorsitzende des BBC-Aufsichtsgremiums, Chris Patten, am Sonntag in der Zeitung "Mail on Sunday". "Haben manche die Augen vor kriminellen Handlungen verschlossen?" Genau das wollen auch die Briten wissen. Mittlerweile laufen bei der Polizei und auch beim Sender BBC mehrere Untersuchungen. Klare Aussagen gibt es derzeit noch nicht, dafür die Furcht davor, was noch alles passiert sein und welche weiteren Ausmaße der Fall noch annehmen könnte.

BBC-Generaldirektor George Entwistle versprach vor einem Parlamentsausschuss, jeden Stein umzudrehen. Doch die Kritik an der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt reißt trotzdem nicht ab.

Einst war Savile eine Art Volksheld. Savile machte sich außerdem als unermüdlicher Spendensammler einen Namen, besuchte Krankenhäuser und Schulen. Als er im vergangenen Jahr mit 84 Jahren starb, kamen Tausende zu seiner Beerdigung.

Dann ließ Anfang Oktober dieses Jahres eine TV-Dokumentation erstmals mutmaßliche Opfer von Savile sprechen. Über Jahrzehnte soll er vor allem junge Mädchen und einige Jungen sexuell missbraucht haben. Auch Vergewaltigung gehört zu den Vorwürfen.

(APA/dpa)

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