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Neue Vorwürfe gegen Kapitän der Costa Concordia

31.01.2012 - 15:39
Bisher 17 Tote geborgen© APA (epa)Bisher 17 Tote geborgen

Gegen den Kapitän der am 13. Jänner vor der toskanischen Küste verunglückten "Costa Concordia" sind am Dienstag neue Vorwürfe bekannt geworden. Nach Angaben des Bordarztes kam es wegen Francesco Schettinos Verhalten zu gravierenden Verzögerungen bei der Evakuierung. Unterdessen ist nun die Vermisstensuche im verunglückten Kreuzfahrtschiff teilweise gestoppt worden.

"Das Besatzungspersonal war schon eine halbe Stunde lang zur kompletten Evakuierung bereit, bevor per Lautsprecher der Befehl zum Verlassen des Schiffes kam", sagte der Arzt Gianluca Marino Cosentino im Interview mit der neapolitanischen Tageszeitung "Il Mattino". Der Evakuierungsbefehl war seiner Ansicht nach nicht vom Kapitän gegeben worden. "Es war zu 90 Prozent nicht seine Stimme", so Cosentino.

In der Nacht nach der Havarie sei ihm der Kapitän geschockt und nicht bei sich vorgekommen. Er sei keineswegs seinen Koordinierungspflichten an Bord nachgekommen, so der Bordarzt. "Ich war sehr überrascht, als ich nach Mitternacht Schettino ohne Uniform auf der Insel Giglio gesehen habe", so Cosentino.

Die Vermisstensuche im versunkenen Teil des Wracks der "Costa Concordia" wird nicht wieder aufgenommen. Dies teilte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli den betroffenen Angehörigen am Dienstag mit. Für die Aktion sei keine ausreichende Sicherheit gegeben, berichtete Gabrielli. Die Suche soll jedoch im restlichen Teil des Schiffes sowie im Meer fortgesetzt werden.

Die Zahl der geborgenen Toten stieg am Sonntag auf 17. Die "Costa Concordia" hatte mehr als 4.200 Menschen an Bord, als sie vor mehr als zwei Wochen vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen fuhr. Das Schiff kippte zur Seite und ging teilweise unter. Auch 77 Österreicher befanden sich an Bord.

(APA)

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