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Reederei belastet Kapitän der Costa Concordia

25.01.2012 - 18:21
22 Menschen gelten weiterhin als vermisst© APA (EPA)22 Menschen gelten weiterhin als vermisst

Die Reederei Costa Crociere, Betreiber des vor der Küste der Toskana verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", macht den Kapitän, für das Unglück verantwortlich. Der Kapitän habe ganz allein beschlossen, eines als "die Verneigung" bezeichnetes Manöver vor der toskanischen Insel Giglio durchzuführen, bei dem das Schiff mit voller Beleuchtung und Sirenen die Küstenbewohner grüßt.

Die Reederei habe das Manöver von Francesco Schettino niemals genehmigt. "Die Passagiere waren informiert worden, dass das Schiff auf fünf Seelenmeilen Entfernung an der Insel vorbeifahren würde", berichtete der Costa-Geschäftsführer Pierluigi Foschi in einer Ansprache vor dem Senat am Mittwoch in Rom.

Der Manager bestritt somit Aussagen Schettinos, demnach die "Verneigung" von der Reederei genehmigt worden war. Das Manöver werde von Kreuzfahrtschiffen auf der ganzen Welt durchgeführt und sei eine Art von Werbung für die betroffene Gegend, hatte der Kapitän in Aussagen vor den ermittelnden toskanischen Staatsanwälten berichtet.

Foschi berichtete, dass die Reederei eine Gesellschaft mit dem Entwurf eines Plans zur Bergung des havarierten Schiffes beauftragt habe. "Die Bergung der 'Costa Concordia' wird ein zyklopisches Unternehmen sein", sagte Foschi. In circa 28 Tagen soll der Treibstoff aus dem Schiff abgepumpt werden. "Bis dahin werden wir einen Bergungsplan haben", versicherte der Manager.

Aus Wasseranalysen war am Mittwoch hervorgegangen, dass im Meer rund um die "Costa Concordia" die Konzentration von Chemikalien klar über den Grenzwerten liegt. Bisher war das Meer im Herzen des toskanischen Archipels wegen seiner hohen Wasserqualität bekannt.

Inzwischen ist die Suche nach den Vermissten im Wrack am Mittwoch fortgesetzt worden. "Es wäre ein Wunder, noch jemanden lebend zu finden, doch wir suchen weiter", sagte Italiens Zivilschutzchef Gabrielli. Bisher wurden 16 Todesopfer gemeldet, 22 Menschen werden nach wie vor vermisst, teilte der Zivilschutz mit. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren mehr als 4.000 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher.

(APA)

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