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Sucharbeiten an "Costa Concordia" abgebrochen

24.01.2012 - 22:59
2.300 Tonnen Öl sollen abgepumpt werden© APA (epa)2.300 Tonnen Öl sollen abgepumpt werden

Die Suche nach Vermissten auf dem vor Italien gekenterten Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" ist am Dienstagabend vorübergehend gestoppt worden. Wie der Einsatzleiter mitteilte, gefährdeten die Wetterbedingungen die Sicherheit der Einsatzkräfte. Am Abend zog stärkerer Wind auf. Auf der Suche nach den mehr als 20 Vermissten hatten Taucher am Dienstag auf einem Deck eine tote Frau gefunden.

Damit stieg die Zahl der geborgenen Opfer auf 16. Das Abpumpen des giftigen Schweröls aus den Tanks der "Costa Concordia" verzögert sich derweil mindestens bis zum Wochenende. Nach Beginn der Aktion dürfte es rund vier Wochen dauern, bis die etwa 23300 Tonnen Treibstoff, darunter viel Schweröl, aus den 17 Tanks entsorgt sind.

Unterdessen steigt der Druck auf den unter Hausarrest stehenden Kapitän des Schiffs, Francesco Schettino. "Als ich begriffen habe, dass sich das Schiff neigte, habe ich mich gepackt und bin abgestiegen", sagte Schettino in einem Telefongespräch am Tag nach dem Unglück über seinen Entschluss, die "Costa Concordia" zu verlassen. Das Telefonat mit einem Bekannten wurde von der Polizei abgehört. Italienische Medien veröffentlichten die Protokolle am Dienstag. Noch am selben Abend wurde Schettino verhaftet. Bisher hatte der Kapitän stets behauptet, er sei in eine Schaluppe "gefallen". Deswegen habe er das Schiff verlassen. Von einem Felsen aus habe er dann die Evakuierungsaktion koordiniert.

In einem weiteren abgehörten Telefongespräch gab Schettino seine Verantwortung zu. Er habe sich zu stark der Insel Giglio genähert. "Ich hätte nicht so nah an die Insel fahren sollen", sagte er. Schettino gab im Telefonat zu verstehen, dass "ein Manager" Druck auf ihn gemacht habe, damit er das Manöver namens "Die Verneigung" unternehme, bei dem das Schiff in voller Beleuchtung und mit Schiffsirenen die Küstenbewohner grüßt. Wer dieser Manager sei, war noch unklar.

Auf den Seekarten sei der Fels nicht eingetragen gewesen, gegen den das Schiff geprallt sei, sagte Schettino. Nach der Havarie habe er alles Notwendige unternommen, um weitere Schäden zu vermeiden und Menschenleben zu retten. Der Kapitän steht wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, des Schiffbruchs und des Verlassen der "Costa Concordia" vor Ende der Evakuierungsaktion unter Hausarrest in seinem Heimatort Meta di Sorrento südlich von Neapel. Ihm drohen bis zu 15 Jahren Haft.

(APA)

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