21 Kerzen für die 21 Opfer der Tragödie: In einer bewegenden Trauerfeier haben Angehörige, Rettungskräfte und hohe Politiker am Samstag in Duisburg für die Toten der Loveparade gebetet. "Die Loveparade wurde zum Totentanz", sagte der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, bei der zentralen Gedenkfeier in der Salvatorkirche.
Mehr als 500 Menschen versammelten sich in der Kirche. Unter den Anwesenden waren der deutsche Bundespräsident Wulff und Kanzlerin Merkel. Der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Sauerland nahm nicht teil, um die aufgebrachten Bürger nicht durch seine Anwesenheit zu provozieren. Nur eine einzige Vertreterin der Politik ergriff das Wort. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Kraft versprach dabei Aufklärung.
Zu Beginn der Trauerfeier wurden eine Kerze und ein Kondolenzbuch von dem nahe gelegenen Unglücksort an einem Tunnel zum Altar gebracht. Rettungskräfte, Notfallseelsorger und andere Einsatzkräfte zündeten 21 Kerzen für die Opfer der Katastrophe an.
"Mitten hinein in ein Fest überbordender Lebensfreude hat der Tod uns allen sein schreckliches Gesicht gezeigt", so Schneider. Er sprach von "Trauer und Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut", die das Denken der Menschen beherrschten. Er erwähnte in seiner Predigt aber auch "Erwachsene, die wie versteinert Verantwortung von sich weg schieben."
Vor einer Woche war es in Duisburg auf dem Technofestival Loveparade zu einer Massenpanik gekommen. 21 Menschen starben, es gab mehr als 500 Verletzte. Der ökumenische Gottesdienst wurde auch in weiteren Kirchen der Stadt übertragen. Die Öffentlichkeit konnte die Feier auch im Stadion des MSV Duisburg verfolgen.
Unterdessen gibt es laut dem Nachrichtenmagazin "Focus" neue Erkenntnisse über die Teilnehmeranzahl. Auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs sollen es nur 150.000 Menschen gewesen sein, berichtet die Polizei aufgrund von Luftaufnahmen. Bisher war von 1,4 Millionen Besuchern die Rede.
(APA/dpa)

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